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Viel Qualität und wenig Energie! Der Maßstab für neue Häuser

Der Bau oder Erwerb der eigenen vier Wände ist für die meisten Menschen die größte Investition in ihrem Leben. Durch die finanziellen Belastungen bindet sich der Eigenheimbesitzer oft über Jahrzehnte an sein Objekt. Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitig hohem Komfort ist deshalb Ziel heutigen Bauens. Gut informierte Bauherren legen großen Wert auf hochwertige Bauausführung und auf modernste Haustechnik.
Eine energieeffiziente Bauweise wirkt steigenden Heizkosten entgegen. Investitionen zur Senkung des Energieverbrauchs machen sich deshalb bezahlt. Modernes Bauen bringt mehr Behaglichkeit in die Wohnräume als eine konventionelle Bauweise, ist wirtschaftlich und umweltbewusst


Wärmeschutz

In einem Haus gibt es viele Stellen, an denen Energie entweichen kann. Allein zwischen 25 und 40 Prozent der Wärme gehen über die Außenwände verloren. Energieverluste lassen sich durch eine gute Wärmedämmung, die Vermeidung von Wärmebrücken sowie eine luftdichte Bauweise verringern. Die beste Lösung, um ein Haus wirtschaftlich und umweltschonend zu beheizen: eine sinnvolle Kombination aus einer guten Dämmung der Außenhülle und einer wirkungsvollen Heizanlagentechnik


Kompakt oder verschachtelt - auch die Gebäudeform entscheidet über den Energiebedarf
Gebäudeform

Kompakt bauen bedeutet energiesparend bauen. Das Verhältnis der Außenfläche zum Rauminhalt des Gebäudes bestimmt maßgebend den Energiebedarf.
Bei gleicher Wohnfläche Haus 1 mit einfacher, Haus 2 mit komplizierter Gebäudeform

                     Wohnfläche      Außenfläche      Energiebedarf
Haus 1        130 m2             352 m2                 100 %
Haus 2        130 m2             410 m2                 108 % 

Ein Gebäude ist kompakt, wenn die Außenfläche im Verhältnis zum Rauminhalt klein ist. Mit zunehmender Kompaktheit sinkt in aller Regel der Energiebedarf. Verschachtelte Gebäude mit Vor-und Rücksprüngen oder Gauben und Erkern verbrauchen mehr Energie als einfache Gebäudeformen. Wer auf solche Gestaltungsmerkmale Wert legt, sollte die Gebäudehülle besser dämmen.
Nichtbeheizte Anbauten wie Geräteschuppen, Carports und Garagen beeinflussen den Verbrauch nur unwesentlich. Sie müssen bei der Berechnung des Energiebedarfs normalerweise nicht berücksichtigt werden.
Ausrichtung

Um die Sonnenenergie zu nutzen, ist eine Gebäudeausrichtung nach Süden vorteilhaft. Große Fensterflächen nach Süden führen zu Wärmegewinnen und sparen Heizenergie. Aufenthaltsräume (z.B.Wohnzimmer und Kinderzimmer) sollten auf der Südseite, Nebenräume (z.B. Treppenhaus, Abstellräume) dagegen an der Nordseite geplant werden. Nach Süden ausgerichtete Dachflächen eignen sich am besten für die Montage von Solaranlagen. Natürlich sollte die Sonnenseite weitgehend von Verschattungen durch andere Gebäude oder Bäume frei bleiben. Die umgebende Bebauung oder ein Bebauungsplan geben meist die Gebäudeausrichtung vor. Mit einer geschickten Planung kann man dennoch selbst auf ungünstigen Grundstücken energiesparend bauen.

Doppelhäuser und Reihenhäuser

Weniger Außenfläche bedeutet weniger Energieverlust. Deshalb sind Doppelhäuser kompakter als freistehende Gebäude. Noch günstiger ist das Verhältnis bei Reihenhäusern. Eine Reihenbebauung verbraucht bei gleicher Konstruktion weniger Energie als freistehende Häuser.

 Jeder Mensch braucht Luft - trotzdem sind neue Häuser luftdicht gebaut


Saubere Luft zum Atmen fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Da wir uns überwiegend in Innenräumen aufhalten, ist ausreichende Lüftung wichtig.

Sie soll
 - verbrauchte Atemluft erneuern,
- die Raumluftfeuchtigkeit regulieren,
- Geruchs- und Schadstoffe abtransportieren.
Andererseits entstehen durch das Lüften sowie durch Schwachstellen, wie zum Beispiel Anschlüsse und Fugen, größere oder kleinere Energieverluste. Um ungewollte Wärmeverluste zu minimieren, ist es deshalb notwendig, die Gebäudehülle luftdicht zu bauen. Dazu müssen sämtliche Fugen möglichst dauerhaft luftundurchlässig sein, ebenso die Anschlüsse an Fenstern, an Türen, am Dach und zwischen Bauteilen.


 

Luftdichtheit

Die Luftdichtheit bietet folgende Vorteile:
- Vermeidung von Bauschäden durch Dampfkondensation und Kälte, insbesondere im Dachbereich und bei den Fenstern
- Geringe Wärmeverluste durch unkontrollierte Lüftung
- Keine Zugerscheinungen durch undichte Bauteile
- Wenig Lärm von außen
Um die Luftdichtheit sicherzustellen, stehen heute vielfältige Detaillösungen zur Verfügung. Allerdings ist eine sorgfältige Prüfung auf der Baustelle durch den Bauleiter erforderlich.

 Messungen der Luftdichtheit
Für den Nachweis der Luftdichtheit gibt es ein standardisiertes Verfahren, den Blower-Door-Test. Mit ihm misst und bewertet man am besten vor Anbringen der Innenverkleidungen die Dichtheit des Gebäudes. Die während der Messung aufgespürten Schwachstellen, also undichte Fugen und Anschlüsse, werden an- schließend beseitigt.
Die Messung ist für jeden Neubau empfehlenswert, um späteren Schäden vorzubeugen. Sie ist allerdings nicht zwingend durch die EnEV vorgeschrieben. Wer jedoch die Luftdichtheit durch einen Blower-Door-Test nachweist, erhält bei der Energiebilanz einen Bonus.
Was sind Wärmebrücken?

Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Gebäudehülle. Der Wärmeverlust ist hier deutlich höher als im umliegenden Bauteil. Je stärker die Wärmedämmung der Bauteile wie Außenwand, Fenster, Dach oder Boden ist, desto bedeutsamer sind die Wärmebrücken. Deshalb sollte man schon in der Planungsphase Wärmebrücken am Gebäude vermeiden oder deren Wirkung durch konstruktive Maßnahmen vermindern.

Wo kommen Wärmebrücken vor?

Schwachstellen sind insbesondere die Anschlüsse von Wand, Fenster, Decken, Dach und Balkon sowie Gebäudeecken.

 
 
 Wärmeverluste durch die Gebäudehülle

Ein Gebäude verliert die meiste Energie durch die Gebäudehülle. Zur Gebäudehülle gehören Außenwand, Fenster, Dach und Boden bzw. Keller.
Je besser die Gebäudehülle gedämmt ist, desto höher ist im Winter die Oberflächentemperatur der den Wohnräumen zugewandten Innenseite. Die relativ hohe Oberflächentemperatur steigert bei ausreichender Lufterneuerung die Behaglichkeit und verhindert Zugluft.
Eine gute Wärmedämmung sorgt im Winter für einen geringeren Wärmeverlust und im Sommer für angenehmere Temperaturen im gesamten Gebäude. Besonders das sonst häufig überhitzte Dachgeschoss profitiert von einer guten Wärmedämmung.
Außenwände

Zwischen 25% und 40% Wärme verliert ein Gebäude durch die Außenwände. Der Wärmegewinn durch Sonneneinstrahlung ist bei den Außenwänden sehr gering.
Es gibt im Wesentlichen folgende Außenwände:
- monolithische Außenwand: Die massiv ausgeführte Konstruktion besteht aus einem Baustoff, z.B. aus Ziegeln, Porenbeton oder Leichtbeton.
- Außenwand mit Wärmedämmverbundsystem: Die Tragfunktion übernimmt eine Massivwand, z.B. aus Kalksandstein, Beton oder Ziegel. Den Wärmeschutz gewährleistet die außen angebrachte Wärmedämmung. Außen ist die Wand verputzt.
- zweischalige Außenwand: Im Zwischenraum einer zweischaligen Massivwand befindet sich die Kerndämmung (unterschiedliche Dämmstoffe möglich).
- Außenwand in Holzständerbauweise: Das Ständerwerk trägt die Bauwerkslasten. Der Dämmstoff wird zwischen den Ständern eingebracht, zusätzlicher Dämmstoff auf Innen- oder Außenseite kann je nach gewünschtem Energiestandard hinzugefügt werden.
- hinterlüftete Außenwand: Die Tragwand kann massiv oder in Holzständerbauweise ausgeführt werden. Zwischen der Verschalung aus Holz oder Fassadenplatten und der Dämmung sorgt eine Luftschicht für die Trockenheit der Konstruktion.
 
 
Fenster

Lange Zeit waren die Fenster unter energetischen Gesichtspunkten das schwächste Element in der Gebäudehülle. Heute können Fenster nach Süden durch moderne Wärmeschutzverglasung mehr Energie gewinnen als verlieren. Bei Fenstern nach Westen und Osten ist die Wärmebilanz ausgeglichen. Fenster nach Norden verlieren mehr Wärme und sollten eher klein sein.
Die verlustreichsten Stellen am Fenster sind der Verbund zwischen Glas und Rahmen und der Rahmen selbst. Mittlerweile gibt es jedoch viele neue Rahmenkonstruktionen mit guter Wärmedämmung. Im Sommer kann die starke Sonneneinstrahlung zu unangenehm hohen Temperaturen in den Innenräumen führen. Eine geeignete Verschattung, beispielsweise durch außenliegende Rollos oder Dachüberstände, macht eine aufwändige künstliche Kühlung überflüssig.
 
Dach

Bei der üblichen Holzkonstruktion unterscheidet man Auf-, Zwischen- und UntersparrendämmunBei der üblichen Holzkonstruktion unterscheidet man Auf-, Zwischen- und Untersparrendämmung. Meist ist die Zwischen- und Untersparrendämmung kostengünstiger als die Aufsparren- dämmung. Seltener wird die massive Ausführung des Dachs mit Poren- und Leichtbeton oder Ziegel verwendet. Bleibt das Dachgeschoss unbeheizt, muss statt der Dachfläche die oberste Geschossdecke gedämmt werden.
 
Keller

Je nach Gebäudenutzung bildet die Kellerdecke oder die Bodenplatte den unteren Abschluss der beheizten Gebäudehülle. Sie muss gedämmt werden.
 
Anlagentechnik

Die Wohnraumlüftung sowie die Heizungstechnik spielen für den Energieverbrauch eines Gebäudes eine wichtige Rolle. Der Markt hält eine Fülle von Heizungstechniken bereit. Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl ist der effiziente Energieeinsatz:
Brennwertgeräte und Wärmepumpen nutzen die eingesetzte Energie zum Beispiel wirkungsvoller als Standard- oder Niedertemperaturgeräte. Entscheidend für die Leistung einer Heizanlage sind darüber hinaus ihr Standort sowie die Wärmeverteilung.
Lüftungsanlagen sorgen nicht nur für einen bedarfsgerechten Luftaustausch und eine niedrige Schadstoffkonzentration im Wohnraum, sondern helfen dabei, das Energeieinsparpotenzial eines gut gedämmten Hauses auszuschöpfen. Besonders energiesparend sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.

Lüftungsarten

 Um das Einsparpotenzial eines gut gedämmten Gebäudes voll ausnutzen zu können, ist eine energieeffiziente Lüftungsart wichtig. Es gibt folgende Möglichkeiten, das Gebäude zu lüften:
- Fensterlüftung
- Abluftanlage
- dezentrale Lüftungsanlage mit oder ohne Wärmerückgewinnung
- zentrale Lüftungsanlage mit oder ohne Wärmerückgewinnung

Fensterlose Sanitärräume werden meist durch Abluftschächte mit oder ohne Ventilatoren entlüftet. Bauherr, Architekt und Fachplaner sollten die Lüftungsart in einem möglichst frühen Planungsstadium festlegen. Vor- und Nachteile der in Frage kommenden Lüftungen sind dabei abzuwägen.

Fensterlüftung

Der notwendige Luftaustausch lässt sich am einfachsten und preiswertesten durch das Öffnen der Fenster erreichen.
Die Fensterlüftung erfordert allerdings eine gewisse Disziplin. Stoßlüften ist die energiesparendste Methode, um gute Luftverhältnisse im Wohnraum zu schaffen. Deshalb ist es wichtig, dass die Fenster vollständig geöffnet werden können. Das Öffnen sollte also nicht durch Gegenstände behindert werden.
Dauerlüften oder gekippte Fenster bewirken dagegen unnötige Wärmeverluste. Ungenügendes Lüften über einen längeren Zeitraum ist häufig die Ursache für Feuchtigkeit und Schimmel.
 
Abluftanlage

Bei Abluftanlagen saugt ein Ventilator über eine Abluftöffnung verbrauchte Luft aus Bad, WC und Küche. Die nötige Frischluft dringt dosiert durch Außenwandöffnungen in die Räume. Diese schließen sich bei starkem Winddruck automatisch. Abluftanlagen sind kostengünstiger als Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.
Dezentrale Lüftungsanlage

Die dezentrale Lüftungsanlage besteht aus Einzelgeräten in den Außenwänden. Rohrleitungen im Gebäude sind nicht nötig. Dezentrale Geräte sind für alle Aufenthaltsräume vorgesehen, die Ablufträume (Bad, WC, Küche) erhalten lediglich einen Abluftventilator bzw. einen Dunstabzug. Eine dezentrale Lüftungsanlage kann mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet werden.
Die Geräte nehmen dann im Abluftbetrieb die Wärme auf und übertragen sie im Zuluftbetrieb an den Raum.
Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bieten besonders gute Gewähr für einen ausreichenden Luftwechsel und somit für ein gutes Raumklima. Sie sind leiser als dezentrale Lüftungsanlagen.
Lüftungsleitungen verbinden das Zentralgerät mit den einzelnen Zu- bzw. Ablufträumen. Zu- und Abluftöffnungen müssen so angebracht und eingestellt sein, dass
- die Räume gut durchlüftet werden,
- es im Aufenthaltsbereich von Menschen keine Zugluft gibt und
 - Luftfeuchtigkeit aus den Räumen abgeführt wird.
 Heiztechniken
 
Neben der Gebäudehülle und der Wohnraumlüftung entscheidet die Heizungstechnik über den Energieverbrauch eines Wohnhauses.
 
Wärme für das Haus - es gibt viele Möglichkeiten zu heizen

Neben der Gebäudehülle und der Wohn- raumlüftung entscheidet die Heizungs- technik über den Energieverbrauch eines Wohnhauses. Der Markt bietet eine Fülle von Heizungstechniken an.
Bei der Auswahl der Heizung ist auf effizienten Energieeinsatz zu achten. Die weit verbreiteten Niedertemperaturkessel verwerten die eingesetzte Energie um etwa 20% besser als beispielsweise Standard- oder Konstanttemperaturkessel. Standardkessel oder Konstanttemperaturkessel sind technisch veraltet und nicht zu empfehlen

Wärmepumpe

Elektrische Wärmepumpen fördern einen erheb- lichen Anteil der für ein Gebäude benötigten Wärme aus dem natürlichen Wärmespeicher der Umwelt wie beispielsweise Erdwärme und Grund- wasser. Nur ein Viertel der Heizenergie muss als Strom für den Antrieb zugeführt werden, etwa drei Viertel kommen aus der Umwelt.
Je höher der Energieanteil aus der Umwelt ist, desto effektiver arbeitet die Wärmepumpe.
Energetisch vorteilhaft ist die Verwendung von Erdwärme oder Grundwasser als Wärmequelle und der Einsatz einer Flächenheizung wie zum Beispiel einer Fußbodenheizung. Dann kann eine Wärmepumpe Primärenergie um zirka ein Drittel besser ausnutzen als ein Niedertemperaturkessel.
Strom sollte man in der Regel nicht direkt verheizen, wie dies in Direkt- und Speicherheizungen geschieht. Nach der Energieeinsparverordnung kann man solche Heizsysteme nur in sehr gut gedämmten Gebäuden einsetzen, da in der Verordnung die Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes bewertet wird. Um eine Kilowattstunde Strom herzustellen, benötigt man allerdings rund drei Kilowattstunden Energie in Form von Kohle, Uran oder anderen Brennstoffen.
 
Energiestandards

Viele Wege führen zum Ziel eines energieeffizienten Eigenheims. Der Staat fördert energiesparende Bauvorhaben mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen.

Folgende Grafik  vergleicht den Standardhaustyp von 1979 bis heute zum KfW 40 Haus.
   
Fazit: Gerade bei den jährlich garantiert steigenden Energiekosten sollte man heutzutage gleich auf den neusten Stand der Technik planen und bauen. Durch die Energieeinsparung und durch zinsgünstige Darlehen kann man die Mehrkosten für die Herstellung des Hauses wieder auffangen und man hat dadurch keine finanzielle Mehrbelastung im Monat. 
 
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